08.06.2017

No Impact, No Money.

Ulrich Herb im Gespräch mit Terje Tüür-Fröhlich auf Telepolis:

Auch Pierre Bourdieu ist ein Indexierungsopfer

Wissenschaftsforscherin Terje Tüür-Fröhlich über Wissenschaftsevaluierung und fehlerhafte Zitationsdatenbanken

Terje, wir kennen uns von zahlreichen Tagungen. Du beschäftigst Dich schon seit längerer Zeit mit Fehlern in Zitationsdatenbanken. Ein Thema, das oft unter den Teppich gekehrt wird, denn diese Datenbanken gelten als objektiv, dienen sie doch der Bewertung von wissenschaftlichen Leistungen. Warum dieses Forschungsthema, und warum "banale" Fehler, was ist an Fehlern "banal"?
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Terje Tüür-Fröhlich: Banale Fehler haben nicht-banale Auswirkungen, weil sie heute, in den sogenannten "audit cultures", in denen alles, was gemessen werden kann, auch gemessen wird, an Hochschulen bei der Bewilligung von Geldern und bei der Besetzung von Posten eine wichtige Rolle spielen. Ich werde als junge WissenschaftlerIn Tag und Nacht evaluiert. Mein berufliches Überleben hängt fast nur noch von numerischen Symbolen ab. Die Höhe des JIFs des Journals, in dem ich einen Beitrag unterbringen konnte, ist wichtiger als der Inhalt meines Artikels.